Aktion T4 - Emma

1940 begannen die Nazis mit der sogenannten „Aktion T4“. Darunter ist die erste Phase einer systematischen Ermordung von Menschen mit Behinderung zu verstehen. Die Zentrale der „Euthanasie“-Morde war in der Tiergartenstraße 4 in Berlin. So entstand der Name „Aktion T4“. Die Ermordung nannten die Nazis „Euthanasie“, was so viel bedeutet wie „der gute Tod“. Mit der Bezeichnung wollten die Nazis die Morde vertuschen und bezeichneten sie deshalb auch als „Gnadentod“. Anhand von Meldebögen wurde durch ärztliche Gutachter entschieden, wer ermordet werden sollte. Für die Ermordung bauten die Nazis sechs regionale Tötungsanstalten, in denen die Menschen mit Gas umgebracht wurden.

Ein Opfer der „Aktion T4“ war die Jüdin Emma Wilmersdörfer. Emma war verheiratet und hatte vier Kinder. Sie war psychisch krank und lebte seit 1935 in der Taubstummenanstalt Michelfeld. Im September 1940 wurde sie gemeinsam mit drei anderen jüdischen Bewohnerinnen in einem ersten Transport von Michelfeld in die damalige Heil- und Pflegeanstalt nach Eglfing-Haar verlegt. Eine Woche später wurde sie von dort in die Tötungsanstalt nach Schloss Hartheim in Österreich gebracht. Emma Wilmersdörfer wurde dort vergast und anschließend verbrannt. Sie war 57 Jahre alt, als sie ermordet wurde.

In den Tötungsanstalten wurden nach der Ermordung der Menschen falsche Sterbeurkunden ausgestellt und mit einem heuchlerischen Beileidsbrief an die Angehörigen verschickt. So wurde zum Beispiel behauptet, die Person sei an „Lungenentzündung“ gestorben. Die Nazis versuchten so, das Morden geheim zu halten.

Emmas Tochter Gertrud, die selbst vor den Nazis fliehen musste, versuchte immer wieder herauszufinden, was mit ihrer Mutter geschehen war. Gertrud hatte lange einen sehr engen Kontakt nach Michelfeld gehabt und ihre Mutter dort auch besucht. Sie erfuhr erst viele Jahre nach dem Krieg, wie ihre Mutter tatsächlich gestorben war. Bis in die 90er Jahre fand ein Briefwechsel mit Regens Wagner Michelfeld statt, in dem Gertrud verstehen wollte, wie es zu diesem Verbrechen kommen konnte.

Im Verlauf der „Aktion T4“ wurden mehr als 200.000 Patienten deutschlandweit mittels Meldebögen erfasst. Rund 70.000 Anstaltspatienten wurden ermordet. Die „Aktion T4“ wurde im Sommer 1941 eingestellt.

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